PETRA IHM-FAHLE: "Souvenir" aus Bad Nauheim

Bei all den virtuellen Reisen habe ich fast vergessen, dass unsere Stadt ebenfalls ein Tourismus-Ort ist und ansprechende Souvenirs anbietet. Bad Nauheim ist edel, schön und eine Reise wert. Doch als ich heute die Lessingstraße entlang ging, sah ich etwas im Wind wehen, das ich ziemlich ekelhaft fand. Jemand hatte seine vermutlich benutzte Gesichtsmaske in einen Zweig gehängt. Ich fragte mich, wieso manche Menschen unbedingt die schöne Umgebung verunstalten müssen. Während ich darüber nachsann, dachte ich daran, wie stark unsere heimische Tourismus-Branche durch die Corona-Krise betroffen war und teilweise noch ist. Die Hotels, die schließen mussten ... die Restaurants, die verzweifelt um Kunden für ihren Lieferservice warben ... und die Reisebüros, die noch lange an der Krise leiden werden. "Angst vor der Pleite" (Restaurants), "Viele werden es nicht überstehen" (Hotels) und "Harte Landung für die Reisebranche" waren Schlagzeilen über die Betroffenen. Hotels nehmen nun wieder Gäste auf, die Reisebüros darben noch. Die Restaurants haben wieder offen, aber wie mir ein Freund sagte, der gerne essen geht: Er fühle sich dort wie im Labor. Insofern ist die wehende Maske zwar kein "Souvenir", aber ein gewisses Symbol. 

Unser Projekt "30 Tage in der Krise" neigt sich nun langsam dem Ende zu, zwei Beiträge noch. Auf unserer neuen Blog-Seite geht es aber weiter.